49 ſehn. Alexei dagegen blieb mehr zu Hauſe; Paſuitſch und Saagſchehm ließen ihn nicht oft hinaus, auch war er nicht ganz geſund. Der Mangel des Salzes und des Brotes bekam ihm nicht; er mußte ſich erſt an die neue Lebens⸗ weiſe gewöhnen.
Uebrigens war er nicht ungern mit den Frauen allein, denn ſie hatten für ihn mehr Verſtändniß, als die Männer. So ſehr er das langentbehrte Glück empfand, im Schooße ſeiner Familie zu leben, und ſo viel Vergnügen ihm das Be⸗ wußtſein der Freiheit gewährte, dennoch gefiel ihm Manches an ſeinem neuen Wohnort nicht, und das waren hauptſächlich die Unreinlichkeit und Nachläſſigkeit, ſo wie die große Un⸗ wiſſenheit der Leute.
Die Itelmenen waren zwar ſehr gutmüthig, gelehrig und erfahren in der Benutzung des Kleinſten, was ihnen die Na⸗ tur darbot, welche ihre Heimath vor andern Ländern ſo ſtief⸗ mütterlich bedacht hatte; allein ſie waren dabei auch ſehr thöricht, ſchmutzig und ſinnlich, lebten nur für den Augen⸗ blick und hatten, außer in Betreff des Diebſtahls, nicht den geringſten Begriff von Ehre oder Schande.
Alexei war noch jung und unerfahren, allein er war ihnen an Bildung und Einſicht doch unendlich überlegen und in ſeinem feurigen Gemüthe befeſtigte ſich mehr und mehr der Entſchluß, ſein Volk geſitteter zu machen und dadurch deſſen elenden Zuſtand zu verbeſſern.
Eines Nachmittags ſaß er, ein Fiſchnetz knüpfend, an dem Heerdfeuer, das entſetzlich qualmte, weil das Holz nicht im Sommer geſammelt und getrocknet wurde, ſondern man
Roskowska, Alexei und Aphaka. 4


