38 melt, während in den luſtigen Wohnungen der Wind über⸗ all durchſtreicht und Nichts verderben läßt. Auch konnten die Füchſe, welche ſehr dreiſt und häufig waren, nicht ſo leicht hinaufkommen; doch gab es auch einen Uebelſtand: die Kinder fielen oft herab und brachen Arme und Beine, oder ſchlugen ſich wohl gar todt.
Unter den Balaganen trockneten Fiſche, auch Neſſeln und andre Kräuter, und ſtanden die Schlitten und Wirthſchafts⸗ geräthe. An die Pfähle wurden im Winter die Hunde an⸗ gebunden; im Sommer liefen die Thiere frei umher, nur daß ſie Stangen am Halſe trugen, damit ſie nicht auf die Bala⸗ ganen ſteigen und dort naſchen konnten.
Nach einigen Tagen, während welchen Feodor auf die Jagd ging und ſich den Frauen ſonſt nützlich zu machen ſuchte, Alexei aber krank war, kamen die Bewohner des Dor⸗ fes heim. Galgal begleitete ſie nicht und auch der Schamane war in ſeine Wohnung am Fuße des Kamtſchatskaia zu⸗ rückgekehrt.
Jeder der Männer ſuchte nun ſeine Hunde zuſammen, band ſie feſt und ließ ſie tüchtig hungern, damit ſie magerer wür⸗ den und tauglicher zum Laufen ſo wie zum Ziehen der Schlit⸗ ten. Nach dem erſten Schnee wurden fleißig Fallen für die wilden Thiere aufgeſtellt und die Winterwohnungen bezogen.
Saagſchehms Mann war, wie gewöhnlich der Aelteſte im Dorfe, der Vornehmſte und Anführer geweſen; nach ſei⸗ nem Tode war ihm Kosko in dieſer Würde gefolgt, weil er der Gatte ſeiner Lieblingstochter und ein kühner Jäger und unermüdlicher Arbeiter war, Eigenſchaften, die unter den oft ſehr läſſigen Kamtſchadalen ein hohes Anſehn verliehen.


