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„Wie heißt ſie?“ unterbrach Pikankur.
„Savina Kuhagt!“ verſetzte die Großmutter.„Wenn ihr Mann verreiſt iſt, ſchminkt ſie ſich mit dem rothen See⸗ kraut, wie du das ja ſchon von vielen Mädchen und Frauen geſehn haſt, damit ſie ihrem Mann bei ſeiner Heimkehr gefalle. Kommt er nach Hauſe, ſo iſt ſie ſehr vergnügt, kommt er aber nicht und ſie hat ſich umſonſt geſchminkt und auf ihn gewartet, ſo fängt ſie an zu weinen und wir haben ſo lange trübe Tage, bis ihr Mann, der Windmacher, nach Hauſe kommt.“ ⸗
Der Knabe war von dieſer Erklärung der Abend⸗ und Morgenröthe und des Regens ſehr befriedigt und dachte eine Weile darüber nach. Endlich bellte ſein Spielgefährte Muri und er ſtand auf, um zu ſehen, was es gebe; da er jedoch nichts Ungewöhnliches entdecken konnte, ſo fragte er wieder:
„Großmutter, warum bellte Muri?“
„Es kommt vielleicht ein Fremder!“ erwiederte die Alte, welche Saagſchehm hieß, indem ſie ſich aufmerkſam umſchaute.
„Aber warum bellen die Hunde immer, wann ein Frem⸗ der kommt?“ fragte er weiter.
„Vor ſo vielen Jahren, wie Haare auf dem Kopfe ſind, konnten die Hunde auch ſprechen, wie wir!“ ſagte die Groß⸗ mutter.„Einmal fuhren Menſchen auf einem Baidar den Strom hinab, da kamen die Hunde aus ihren Wohnungen und fragten ſie neugierig, wer ſie ſeien. Die Menſchen waren aber zu ſtolz, den Hunden zu antworten, und fuhren ſchwei⸗ gend weiter; darüber ärgerten ſich die Hunde ſo ſehr, daß ſie ſich vornahmen, kein vernünftiges Wort mehr zu reden. Das
haben ſie auch gehalten; doch noch immer, wann ſie einen 3*


