29 Dörfer nannten, wiewohl ſie wenig Aehnlichkeit mit Feſtun⸗ gen hatten. Sie konnten nicht irren, wenn ſie ſich im⸗ mer am Tſchamſcha hielten, und ſo brachen ſie ſchon vor Tage auf.
Die Wanderung war ſehr mühſam, denn ſie mußten ſich durch verſchlungenes Geſträuch und oft anderthalb Mann hohes Gras Bahn brechen. Der Fußweg, welchen ſie aller⸗ dings fanden, war ihnen auch keine Erleichterung; ſie ſtießen ſich darin die Knöchel wund, weil er nicht über acht Zoll breit und dabei ſehr tief und ausgetreten war. Die Kamtſcha⸗ dalen hielten es nämlich für eine Sünde, einen andern Weg zu gehn, als den, welchen ihre Voreltern gegangen waren, ſollte es auch einen nähern und beſſern geben, und dann ſetz⸗ ten ſie die Füße beim Gehn ſo kreuzweis, daß beide Fuß⸗ tapfen immer in eine Linie kamen. Feodor war als Inſel⸗ bewohner, der einen großen Theil ſeiner Zeit im Boote zu⸗ gebracht, an dieſe Gangart nicht gewöhnt und Alexei hatte während ſeines achtjährigen Aufenthalts unter den Ruſſen ſeine urſprünglichen Gewohnheiten ganz verlernt.
So kamen ſie denn nur ſehr langſam vorwärts und leg⸗ ten während des Tages kaum einige Meilen zurück. Paſuitſch hatte ihnen getrocknete Fiſche mitgegeben, dazu ſuchten ſie ſich Cedernüſſe, Beeren und Lilienzwiebeln und tranken von dem Waſſer der Bäche, deſſen außerordentliche Reinheit ſämmt⸗ liche Fremde einſtimmig rühmen, die Kamtſchatka je beſucht haben. Dies geſunde, wohlſchmeckende Waſſer und die, durch unaufhörliche Winde gereinigte Luft war auch die Ur⸗ ſache, daß man, außer dem Scorbut, faſt keine einzige Krankheit auf der Halbinſel kannte. Nicht einmal die Blat⸗


