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abgeben, worauf es eigentlich abgeſehn war und welche die Mädchen und Frauen gewöhnlich ſchnell hinwarfen, wenn ſie einem ſolchen Vierfüßler begegneten.
„Sipang!(O Unglück!) ſagte ſie, wie alle Itelmenen bei dem Anblick eines Bären, und wich zurück, indem ſie ihn bat, mit ihr Freundſchaft zu halten und ihr nichts von dem abzunehmen, was ſie ſo mühſam zuſammengeſucht. Daran dachte ſie nicht, daß ſie vorhin ſelbſt den Mäuſen Freund⸗ ſchaft verſprochen und ihnen dabei doch ihre Vorräthe ab⸗ genommen hatte.
Der Bär ließ ſich durch ihre ſchönen Reden natürlich nicht bewegen und ſchritt auf ſie zu. Sie ſetzte ihre Flucht fort und zwar rückwärts, indem ſie nach ihrer Mutter rief. Dabei näherte ſie ſich dem Ufer immer mehr, glitt endlich aus und ſtürzte in den Strom, der hier ſehr reißend war. Der Bär fiſchte ihren Korb auf, welchen ſie während ihres Falles losgelaſſen und entfernte ſich freudig brummend mit ſeiner Beute.
Paſuitſch eilte auf das Geſchrei Aphaka's herbei und ſah ſie zu ihrem unbeſchreiblichen Entſetzen ſchon eine Strecke ſtromabwärts mit den Wellen kämpfen. Die Gegend war ganz einſam, vielleicht auf Meilenweite kein Menſch in der Nähe, außer den Bewohnern ihres Dorfes an der Flußmün⸗ dung. Auch hätte es nichts geholfen, wenn noch ſo viele Leute dabei geweſen wären, denn nach dem allgemeinen Aberglauben durfte Niemand herausgezogen werden, der ins Waſſer gefallen war; ja, die Kamtſchadalen ſtießen ihn ſogar wieder zurück, wenn er ſich ans Ufer zu retten ver⸗ ſuchte, und hielten es für eine große Sünde, daß Jemand


