dem allgemeinen Aberglauben war ſie überzeugt, die Mäuſe würden ſich erhängen oder erſäufen und ſie mithin ihre fleißi⸗ gen Arbeiter einbüßen, wenn dieſe zum Erſatz für ihre Vor⸗ räthe nicht andre Gegenſtände erhielten. Traf Aphaka eine Maus in einem der Löcher, was übrigens ſelten geſchah, weil die Wohnungen der Thierchen von ihren Speiſekammern getrennt ſind, ſo that ſie ihr nichts zu Leide, ſondern machte eine tiefe Verbengung und ſagte ſehr höflich zu dem Mäuschen:
„Nimm es ja nicht übel, daß ich dir nehme, was du eingeſammelt haſt; ich thue das nicht in böſer Abſicht, ſon⸗ dern aus Freundſchaft und gebe dir dafür Betten, Kleider und andre Dinge.“
Nach langer Zeit forderte ihre Mutter ſie zur Rückkehr auf, weil die Sonne ſich ſchon zum Untergange neigte. Allein Aphaka bat, erſt ihren Korb füllen zu dürfen. Mit noch größerm Eifer ſuchte ſie wieder und entfernte ſich dabei immer weiter von ihrer Mutter und kam dem Tſchamſcha ganz nahe. Sie ſammelte emſig und ſah erſt auf, als ſie ein tiefes Brummen hörte.
Dicht vor ihr ſtand ein ſchwarzes, zottiges Thier von bedeutender Größe, ein Thier, das meine Leſer, obgleich nicht von ſchwarzer, ſondern von brauner Farbe, wohl oft genug auf den Straßen geſehn haben, wenn es zum Klange der Trommel ſeine plumpen Sprünge macht. Aphaka wußte, daß ihr nichts geſchehen würde, weil die Bären auf Kamt⸗ ſchatka ſehr zahm waren und nur ſelten, wenn ſie im Schlaf geſtört wurden, einen Menſchen angriffen; allein ſie wollte dem Leckermaul auch nichts von ihren Beeren und Zwiebeln
Roskowska, Alexei und Aphaka. 2


