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wendet; auch gilt es als ein Naſchwerk für Kinder und ver⸗ tritt die Stelle unſrer Bonbons.
Endlich nahmen Aphaka und ihre Mutter die neben ihnen ſtehenden, aus Stroh geflochtenen Körbe und fuhren fort, die Speiſekammern der Mäuſe aufzuſuchen. Sie gin⸗ gen ſehr langſam vorwärts und achteten genau auf den Boden unter ihren Füßen. Wo dieſer ein wenig nachgab, gruben ſie die Erde mit dazu beſonders aus den Hörnern der Rennthiere verfertigten Inſtrumenten auf und funden da auch gewöhnlich in kleinen Höhlungen Cedernüſſe, ver⸗ ſchiedene Beeren und namentlich die Knollen mehrerer Zwie⸗ belgewächſe, die auf Kamtſchatka ſehr beliebt ſind, weil ſie die Stelle des Brotes vertreten müſſen. Die Mäuſe, nicht größer wie die Hausmäuſe bei uns, die aber von röthlicher Farbe ſind und deren Geſchrei dem Guitſchen kleiner Schweine gleicht, hatten das Alles zum Vorrath für den Winter ein⸗ geſammelt und mit größter Sorglichkeit und Ordnung auf⸗ geſtapelt. Die Kamtſchadalinnen erſparten viel Mühe, wenn ſie dieſe Nahrungsmittel den Mäuſen abnahmen und hatten eine große Fertigkeit in dem und Ausräumen der Mauſelöcher.
Auch Aphaka verſtand das ſchon und mit großer Gewiſſenhaftigkeit beobachtete ſie die herkömmlichen Gebräuche, wie ſie dieſelben von ihrer Mutter gelernt hatte. Sie ließ in den Löchern etwas Weniges von den Vorräthen zurück und legte dazu alte Lederlappen, zerbrochene Näh⸗ nadeln, Slatka drawa und Kyprei, die getrockneten Blätter des rothen Weiderich, welche als Thee ſehr geſchätzt waren, damit das Ganze das Anſehn eines Handels hatte. Nach


