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15 und hatte bei mancher Kamtſchadalin den ſehnſüchtigen Wunſch nach einem ähnlichen Prachtſtück erregt.
Das Haar trug Aphaka geſcheitelt und hinten in einen Zopf geflochten, au dem eine Korallenquaſte prangte. Ihre Mutter aber hatte auf dem Kopf, oberhalb jedes Ohres, ein handgroßes Stück von dem gelblich weißen Fell des Viel⸗ fraßes, was auch für eine ſehr große Zierde galt, weil die Roſomaken oder Vielfraße auf der Halbinſel ſehr ſelten waren. Mutter und Tochter hatten lederne Handſchuhe ohne Finger, welche die itelmeniſchen Frauen und Mädchen Tag und Nacht trugen und ſehr hübſch auszunähen verſtanden. Die Schuhe waren aus Seehundsleder, welches keine Näſſe durchläßt, und die Beinkleider von Rennthierfell. Dieſe letztern waren von derſelben Form wie die der Männer, nur an den Knieen etwas bauſchig. Strümpfe trugen ſie nicht; ihre Füße waren feſt und zierlich mit Eheu umwunden, wie ſie das Cypergras nannten, nachdem es mit einem zwei⸗ zackigen Kamm von Mövenknochen ausgekämmt worden war und friſch gebrochnem Flachs ähnlich ſah. Das Eheu diente übrigens außerdem zu Vielerlei, z. B. zu Taſchentüchern, Servietten, Handtüchern und auch zu— Windeln für die kleinen Kinder.
Aphaka vertrieb ſich die Zeit, indem ſie an etwas kaute, das wie weißes Band ausſah. Es war eine kamtſchatkiſche Leckerei, Slatka Drawa genannt. Auf der ganzen Halb⸗ inſel wächſt nämlich häufig eine ſehr zuckerhaltige Pflanze, die dem Bärenklau ähnlich ſieht. Die Stengel derſelben werden von den Blättern und der äußern Schale gereinigt, an der Sonne getrocknet und auf verſchiedene Weiſe ver⸗


