12
zunge gekommen war. Ein Fremder ſtieg aus und zwei Itelmenen, welche die Ruder gehandhabt, folgten ihm.
Bei dem Anblick des Ankömmlings entſtand eine lange Stille in der ganzen, eben noch ſo lärmenden Verſammlung. Es war einer der gefürchteten Koſaken, die in dem eroberten Kamtſchatka nach Belieben ſchalteten und walteten. Wohin ſie kamen, nahmen ſie, was ihnen gefiel— Lebensmittel, Hunde und Menſchen. Die beraubten, geknechteten Kamtſcha⸗ dalen hatten ſich deshalb ſchon oft empört, doch bis jetzt— man ſchrieb das Jahr 1729— ſtets mit unglücklichem Erfolge.
Der Koſak erwiederte die tiefen Bücklinge der Itelmenen mit einem leichten Kopfnicken und ſprach einen Augenblick mit einem ſeiner Begleiter ruſſiſch, worauf dieſer in der Landes⸗ ſprache ſagte:
„Dem Gouverneur in Niſchnei Oſtrog ſind vor einigen Tagen zwei Sklaven entlaufen. Der eine iſt ein junger
Kuſchi(Bewohner der kuriliſchen Inſeln) der andere ein
Itelmenknabe. Sie haben ein Baidar genommen, mit dem ſie bis in die Mündung des Kamtſchatka fuhren, wenigſtens fingen es Fiſcher dort auf; die Flüchtlinge ſelber aber hat Niemand geſehn. Wenn ihr ſie antrefft, ſo bringt ſie nach Niſchnei⸗Oſtrog und ihr erhaltet eine herrliche Belohnung
von Meſſern, Beilen, Keſſeln und Zeug. Erkennen werdet
ihr ſie hauptſächlich an ihren Tuchkleidern.
Alle verſprachen, die Entlaufenen einzuliefern, wenn
ſie ihnen in die Hände fallen ſollten. Dann ließ der Koſak aus dem Wallfiſch die ſchönſten Stücke herausſchneiden und in ſeinen Kahn tragen, ſuchte ſich aus dem Fiſchvorrath das Beſte aus und befahl endlich, ihm nach einigen Tagen eine


