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geblieben, denn die Weiber und Kinder ſchauten von der Landſpitze eifrig nach dem Wallfiſch aus.
Galgal berührte den Arm des Schamanen und deutete ſchweigend auf den Unbekannten, der noch nicht ſo weit ent⸗ fernt war, daß ſeine auffallende Haartour nicht kenntlich geweſen wäre. Der Alte richtete ſeine klugen Augen auf den bezeichneten Punkt und allmälig verriethen auch ſeine Züge Verwunderung und eine leichte Anwandlung von Schrecken.
„Balakitgh?“ ſagte Galgal fragend.
Der Schamane nickte bejahend. Nach einer Weile, während Galgal ſeine Kuklanka anzog, trat er zu den Frauen und Kindern und machte Alle auf den Fremden auf⸗ merkſam.
„Die Götter ſind in frühern Zeiten oft unter uns ge⸗ weſen!“ ſagte er feierlich.„Jetzt ließen ſie ſich ſo lange nicht ſehn, daß Viele aufhörten, an ſie zu glauben, und ſich von den Tatachs(Ruſſen) taufen ließen. Heute zeigt ſich wieder einer von ihnen. Ihr wißt, Kutka(der Weltſchöpfer, oberſte Gott) hat in den Wolken einen Mann mit erſchrecklich langen und krauſen Haaren erſchaffen. Schüttelt Balakitgh ſeinen Kopf nach einer Seite hin, ſo haben wir Wind auf der Erde, iſt er müde, ſo giebt es ſchönes Wetter. Balakitgh iſt ge⸗ kommen, er hat ſich Galgals Baidar geben laſſen und hilft Euren Vätern und Männern den Dähn fangen. Das be⸗ deutet Glück, wenn ihr ihn nicht böſe macht, aber Unglück, ſobald ihm etwas nicht gefällt.“
Alle ſchauten zuerſt verwundert den Schamanen an, dann theils neugierig, theils ängſtlich hinaus nach den Booten—
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