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Alexei und Aphaka oder die Kamtschadalen / von Marie Roskowska
Entstehung
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liche Weſen vor ſich an, und gehorchte dann langſam und zitternd dem Wink deſſelben, an's Land zu ſtoßen.

Der Fremde ſah keineswegs furchterweckend aus, doch gehörte er nicht dem itelmeniſchen Stamm an Es war ein großer junger Mann, von auffallend hübſchem und kräftigem Wuchs, mit ausdrucksvollem Geſicht und ſtarkem ſchwarzen Bart, was ihn weſentlich von den Eingebornen unterſchied, die nur ſchwache Bärte hatten. Man hätte ihn für einen Bewohner der kuriliſchen Inſeln gehalten, doch widerſprach ſein Anzug dieſer Annahme. Die kühnen, kriegeriſchen In⸗ ſulaner trugen Kleider von Vogelfedern, er jedoch hatte einen Kaftan und Beinkleider von grobem Tuch. Seine Kopfbe⸗ deckung bildete eine alte, ehemals blond geweſene, jetzt aber ſehr fuchſige Perücke, deren unzählige Locken über alle Be⸗ ſchreibung zerzauſt und mitgenommen waren. Auf dieſen Theil ſeiner Kleidung ſchien er ziemlich ſtolz zu ſein und er war es auch, welcher die erſtaunten und furchtſamen Blicke des Itelmen erregt und gefeſſelt hatte.

Gieb mir deine Barka und deinen Baidar! ſagte der Fremde haſtig, warf dabei ſeinen Kaftan ab und zog den Rock des Kamtſchadalen an, der von Hundefellen war und

ihm ohne Widerrede dargereicht wurde. Dann ſprang er in den Kahn, welchen ſein Inhaber verlaſſen hatte, ergriff

das Doppelruder mit ſtarkem Arm und eilte den An⸗ dern nach.

Galgal, der Kamtſchadale, blickte ſcheu nach dem am Boden liegenden Kleidungsſtück und ſchlüpfte durch das Ge⸗ büſch zu dem Schamanen, der ſich von den Uebrigen wieder

ert hatte. Der ganze Vorgang war unbemerkt