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Alexei und Aphaka oder die Kamtschadalen / von Marie Roskowska
Entstehung
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Kronozki auslaufen; im Norden iſt der Strand ebener und das Land wird immer flacher und ſumpfiger nach dem Kamt⸗ ſchatka hin, dem größten Fluß der Halbinſel, von welchem ſie den Namen hat; zwiſchen ihm und dem Tſchamſcha erſtreckt ſich das Land etwas ſeeeinwärts. Unweit der Stelle, wo die Fiſcher ihre Hütten aufgeſchlagen hatten, war eine Land⸗ zunge; rings herum wuchs viel Weidengebüſch, welches das nöthige Brennmaterial lieferte.

Plötzlich rief der Schamanne: Dähn, Dähn!(Ein Wallfiſch, ein Walffiſch!) Es entſtand eine lebhafte Be⸗ wegung. Die Männer verſahen ſich mit Harpunen, indeß die Weiber dem Schamanen einen Hund ſchlachten halfen. Sämmtliche Itelmenen,(eingeſeſſene Leute) wie ſich die Kamt⸗ ſchadalen nannten, ruderten, nach den nöthigen Vorberei⸗ tungen, dem Walffiſch entgegen; nur Einer zögerte und ſchien auf einen Vorwand zu ſinnen, von der Jagd zurückzubleiben. Es war ein kleiner, ältlicher Mann mit einem noch plattern Geſicht und noch krummern Beinen, wie ſeine übrigen Lands⸗ leute; er gehörte nicht zu den Bewohnern des Dorfes, ſon⸗ dern hatte ſich ihnen nur während der Fiſcherei angeſchloſſen. Die Beſchwerden und Gefahren des Wallfiſchfanges ſagten ihm wenig zu, doch mochte er ſich davon nicht gradezu ausſchließen, um nicht verſpottet zu werden, und auch, um nicht ſeiner Antheil an der koſtbaren Beute zu verlieren. Indeß wurde

er bald aus ſeiner Ungewißheit geriſſen. Es rauſchte im

Geſtrüpp und ein Mann ward ſichtbar. Der Itelmann er⸗

ſchrak ſo heftig bei ſeinem Anblick, daß das Ruder faſt ſeinen

Händen entglitt; er wollte fliehen, allein ſeine Arme waren wie gelähmt in ſprachloſer Angſt ſtarrte er das menſch⸗