Druckschrift 
Alexei und Aphaka oder die Kamtschadalen / von Marie Roskowska
Entstehung
Einzelbild herunterladen

5 iberh nicht beſonders hübſch oder anſehnlich, ſondern klein und breitſchulterig, hatten größtentheils dicke Köpfe, kleine Augen, platte Naſen und wulſtige Lippen; nur den Mädchen gab es einige recht hübſche. Sie verrichteten übrigens ihre Arbeit flink und geſchickt nnd ſangen, lachten und plauderten dabei. Nur eine Per⸗ ſon nahm an der allgemeinen fröhlichen Geſchäftigkeit keinen Theil. Am Meeresſtrande ſaß ein alter Mann, der über ſeinen Rock noch einen zweiten, mantelartigen anhatte, der nur im Winter, auf Reiſen und zum Staat getragen wird und Kuklanka heißt; er murmelte einige Worte und warf eine Art Fliegenwedel aus Hobelſpänen in die Wellen. Es war ein Schamane, ein Prieſter, Arzt und Beſchwörer; er ſtand bei ſeinem Volk in viel höherem Anſehen, wie ſeine Antsbrüder, vor welchen die Kamtſchadalen wenig Ehr⸗ furcht hegten, weil ſie ihre Gottheiten auch nicht beſonders hoch achteten. Er beſchwor den Seegott Mitgh, einen reichen Fang zu geben. Der Tſchamſcha entſpringt am Fuße eines Vulkans, des Kamtſchatskaia Goräla Sapka; dieſer iſt über 16000 F. hoch und wird viele Meilen weit geſehen. Er bricht oft in Flammen aus und beſtändig ſteigen Rauchwolken aus ſeinem Krater empor. Die Eingebornen hielten ihn für die Woh⸗ nung der Gamuli(Geiſter) und fürchteten ſich, in ſeine Nähe zu kommen. Die Gebirge in der Mitte Kamtſchatka's ſind ſehr waldreich, an den Küſten herrſcht Holzmangel; es kommt hier nur Cedergebüſch und verſchiedenes Geſträuch fort. Südlich von der Mündung des Tſchamſcha iſt die Küſte voll

ſteiler, zerklüfteter Felſen, die endlich in das Vorgebirge