Durch dergleichen thoͤrichte Trugſchluͤſſe bemuͤhte ich mich, meine Irrthuͤmer zu ent⸗ ſchuldigen und zu naͤhren. Bald aber erroͤthete ich uͤber mich ſelbſt, bald ſaß ich vor mich⸗ hin— ſtarrend in ſtillem Brüͤten, bald entſtiegen tiefe Seufzer meiner Bruſt. Man beklagte mich, aber alles Mitleiden drückte mich nur noch tiefer darnieder.
Almaidens Schmerz war gottergebener; aber ihre Geſundheit nahm taͤglich ab. Eine Todtenblaͤſſe uͤberzog nach und nach ihr ſanftes Antlitz. Sie vermochte kaum ſich aufrecht zu
erhalten. Bald konnte ſie ihr Zimmer nicht
mehr verlaſſen.
Der Gedanke an ihren Tod war mir noch nicht in den Sinn gekommen. Gott! welches Entſetzen uͤberfiel mich, als man mir ankuͤndigte, ihre Leiden wuͤrden ſich bald enden. Von dieſem Augenblick an verließ ich ſie nicht mehr, redete nur zu ihr, und duldete nicht, daß irgend Je⸗ mand ſich ihr naͤhere. Wenigſtens durch ge⸗ meinſchaftlichen Schmerz vereiniget, hoffte ich, mein Herz wuͤrde mit dem ihrigen zu ſchlagen aufhoͤren. Sie klagte mir die Vorwuͤrfe ihres
Gewiſſens. Warum mußte denn ſie welche er⸗


