Teil eines Werkes 
Zweiter Theil (1822)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

zu entſagen vermag, wir ſind ja Beide vor den Geſetzen dieſer haſſenswerthen Welt ſtraf⸗ bar! Wir vermoͤgen die Flamme die uns ver⸗ zehrt nicht zu loſchen, und der Zwang, den man uns aufiegt, facht ſie nur noch ſtaͤrker an. Warum ſollten wir Gefuͤhle zuruͤckdraͤngen, die doch ewig in unſerer Bruſt herrſchen werden? Laß uns die Wunden unſerer Herzen heilen. Wozu dient es, wenn man ſich der Standhaf⸗ tigkeit im Ungluͤck ruͤhmt, ſo bald man vor Schmerz ſtirbt? Ein unvorhergeſehener Vor fall zerriß die Bande, welche uns an dieſes unſelige geſellſchaftliche Leben ketten. Warum darf ich Dich nicht mehr umarmen? Warum darf Dein Herz nicht mehr an dem meinigen ſchlagen? Unter den Voͤlkern der Vorzeit fin⸗ det man die weiſen Parſis, die ein heilig ge⸗ haltenes Geſetz hatten, nach welchem der Bru⸗ der die Schweſter heirathen mußte. Hatte die⸗ ſes Volk weniger Werth als wir? O, Almai⸗ de! laß uns ihnen nachahmen! Das Verbre⸗ chen unſerer Eltern hat uns befreit vom Joch menſchlicher Geſetze. Laß uns fuͤr uns ſelbſt leben! Laß uns zu Melendez fliehen, und uns dort vor der ganzen Welt verbergen! 1