Teil eines Werkes 
Zweiter Theil (1822)
Entstehung
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Deine Tugend. Empfindlich fuͤr ihre Reize, mußte ich es auch fuͤr die uͤbrigen Schoͤnheiten ſeyn, mit denen der Himmel Dich begabte. In ihnen erblickte ich nichts anders, als Deine himmliſch reine Seele. Dein Herz, nach deſ⸗ ſen Beſitz ich ſtrebte, war ja ſchon die Haͤlfte von meinem. Unſer ganzes großes Mißgeſchick entſprang aus einem einzigen Irrthum. Nur ein Wort, nur ein kurzes Geſtaͤndniß, konnte Alles aufklaͤren. Warum, o, warum! vertraute Dein Vater ach! auch meiner ſeine Eh⸗ re nicht der meinigen? Irrte er gleich, ſo wuͤrde ich ſeine Beweggruͤnde dennoch geachtet und nicht mißbraucht haben. Er ſetzte ſich ei⸗ ner zu gefaͤhrlichen Lage aus; er betrog ſich ſelbſt und fuͤhrte uns an den Rand des Ab⸗ grundes, der ihn verſchlang. Was ich ehedem ſo zaͤrtlich liebte, jetzt ſo rein liebe, iſt mir nunmehr zum Gegenſtand des Schreckens und der Gewiſſensbiſſe geworden. Ach! ich verlor ſelbſt die Rechte der Geſchwiſterliebe!

Zuweilen ſuchte ich mich ſelbſt zu bethö⸗ ren. Dann rief ich in meinem Wahnſinn: Schweſter! geliebte Schweſter! der ich nicht