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troffen hatten, erflehen zu wollen. Dieſe ſtolze Frau erſtaunte Anfangs, daß ihr Wille ſich vor der Macht des Schickſals beugen mußte; aber endlich kam ſie zur Erkenntniß, unter⸗ warf ſich der eiſernen Nothwendigkeit und er⸗ kannte in Demuth, die Billigkeit der Strafen, denen ſie Trotz geboten hatte. Anſtatt Almai⸗ den zuruͤckzuſtoßen, gewann ſie taͤglich mehr Zuneigung zu ihr, und trug alle die heftigen Leidenſchaften auf ſie uͤber, von denen ſie einen ſo beklagenswerthen Gebrauch gemacht hatte.
Eine ſtete Schwermuth uͤberzog Almaidens ſonſt ſo reizendes, bluͤhendes Antlitz, deſſen leb⸗ hafte Farben auf immer verſchwunden waren. Nie ſchwebte wieder ein Laͤcheln auf ihren Lip⸗ pen. Ihre Stimme, ihre Blicke, waren noch immer ſanft, aber deren Ausdruck ſtets leidend. Sie nannte mich Bruder, und dieſer zartliche Name zerfieiſchte mein Herz, als ſey er die Geißel der Furien!
Almaide! geliebte Schweſter! welche Vor⸗ wuͤrfe konnte der Himmel uns machen? Die Verbrechen, welche uns umringten, hatten ja unſere Herzen unbefleckt gelaſſen. Was ich in Dir liebte, war ja nur Deine unſchuld und
Don Manuel. Zweiter Tbeil. 12


