— 181—
dulden? Bald, ach nur allzubald! ſah ich ihre himmliſchen Augen erloͤſchen. Ich druͤckte meine Lippen auf die ihrigen. Die letzte Stunde ſchlug! Ihr reiner Geiſt kehrte zum Himmel zuruͤck!
Almaide war nicht mehr!— Noch lange rief ich ihr nach, ſollte aber die ſuͤßen Toͤne ihrer Stimme nicht wieder hören. Vergeblich verſuchte man, mich von ihrer irdiſchen Huͤlle zu entfernen;— nichts konnte mich von der mir ſelbſt auferlegten Pflicht zuruͤckhalten. Ich be⸗ deckte den ſchönen, lebloſen Körper mit einem Schleier, betete und wachte bei ihm. Noch hatte ich ſie vor Augen; ich redete zu ihr; ich berauſchte mich in dieſer traurigen Wolluſt. Mit eigenen Haͤnden trug ich ſie ins Grab, legte ſie ſelbſt hinein, und hoffte noch immer mit ihr zu ſterben;— aber der Tod ſtieß mich von ſich! Alles was damals mit mir vorging, wurde mir erſt dann klar, als mich die Pflege des treuen Zigeuners dem Leben und dem Gefuͤhl meines Ungluͤcks zuruͤckgegeben hatte.
Von allen Weſen, die ſich liebten und fuͤr einander duldeten, wandele nur noch ich auf dieſer Erde. Euja, die ſanfte Euja, ging uns Allen voraus. Auch Carlos fiel als Opfer ſeiner


