— W—
Mar ſeine Bewunderung der ſchoͤnen Pepita laut erklaͤrt; hätte er ſich von ihren kuͤnſtli⸗ chen Lockungen umgarnen laſſen, und die An⸗ zahl ihrer Anbeter, die ſie bald aufmunterte, bald zur Verzweiflung trieb, vermehren wollen; haͤtte er ſich noch vor der Ankunft des Mar⸗ quis von Pombal in die Einſamkeit vergraben, und haͤtte man weniger hieruͤber geredet; und haͤtte endlich Don Joſeph jenen unzeitigen Scherz nicht vorgebracht, ſo iſt es wahrſcheinlich, daß Donna Pepitas Vorliebe fuͤr den Grafen nur von ſehr kurzer Dauer wuͤrde geweſen ſeyn. Sobald ſie ſich aber allein befand, trat der hoͤchſte Zorn an die Stelle des bloßen Unwil⸗ lens. Sie erroͤthete bei dem Gedanken, der Gegenſtand des Spottes eines Mannes gewe⸗ ſen zu ſeyn, dem ihre Hand beſtimmt war. „Wie?“ dachte ſie:„Wollte er ſchon jetzt ſeine Macht und ſeine Rechte gel⸗ tend machen? Wollte er mir, unter der Larve eines unverſchaͤmten Scherzes, Pflichten
einſchaͤrfen, Verbindlichkeiten vorſchreiben?
Trachtete er blos nach meiner Hand, um ſich meiner großen Reichthuͤmer zu bemaͤchtigen, und mich dann als Sklavin zu behandeln?“


