Teil eines Werkes 
Zweiter Theil (1822)
Entstehung
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ſie den Marquis das ganze Gewicht ihres Stolzes und ihrer Geringſchaͤtzung empfinden, und gab ihm deutlich zu verſtehen, ſie verlange keinen Cato zum Gemahl. Da Don Joſeph mit der Urſache dieſes Ungewitters unbekannt war, ſo ſuchte er es mit Klugheit von ſich ab⸗ zuwenden, und befliß ſich, die ſtolze Dame zu kaͤlterer Vernunft zuruͤck zu bringen. Er hoffe te, ſie durch Unterwuͤrfigkeit zu gewinnen; das Geſicht der ſchoͤnen Sennora klaͤrte ſich auch ſcheinbar merklich auf, und ihre Stimme wur⸗ de wieder ſanft und harmoniſch. Aber die bloße Gleichgultigkeit, welche ſie bisher gegen den aufgedrungenen Braͤutigam empfunden hat⸗ te, verwandelte ſich ploͤtzlich in bittern Haß, der Gefuͤhlen und Gedanken Raum gab, wel⸗ che bisher nur in ihr geſchlummert hatten. Wenn kleine Zufalligkeiten oder gering⸗ fuͤgige Dinge ſo haͤufig Einfluß auf große Be⸗ gebenheiten haben, und ſehr oft das Schickſal kluger Maͤnner entſcheiden, um ſo weniger darf man ſich verwundern, wenn unbedeutende Urſa⸗ chen die Herzen herrſchſuchtiger Frauen in Bewe⸗ gung ſetzen, und zur Richtſchnur ihrer Hand lungen werden. Haͤtte der Graf d'Arenis del

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