Teil eines Werkes 
Erster Theil (1822)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ſeufzend, mein Schickſal den Vbhlht die mich von Almaiden trennten.

Ich lag zu ihren Fuͤßen, und meine ganze Seele berauſchte ſich in dem ſchmerzlich ſuͤßen Vergnuͤgen, ſie vielleicht zum letztenmale be⸗ wundern zu duͤrfen, als die unſelige Kloſter⸗ glocke mit ſchnellen Schlaͤgen meine Ohren

durchdrang. Almaide pebte und ſagte mit ſchwacher Stimme:Die Stunde ſchlaͤgt, theurer Manuel! Wir muͤſſen uns trennen ich will fuͤr dich beten! Im nemlichen Augenblick erſchien die fromme Jungfrau, wel⸗ che mir die Kloſterpforte geoͤffnet hatte, und benachrichtigte mich, daß Alles zu meiner Ab⸗ reiſe bereit ſey. Ich vermochte nicht ihr die Geiſtesverwirrung, die ſich in meinem ganzen Weſen ausſprach, zu verbergen. Ach! ihre reine Seele ſetzte ſie nur auf die Rechnung keuſcher, bruͤderlicher Liebe, und vom zaͤrtlich⸗ ſten Mitleiden durchdrungen, ſuchte ſie, mein untroͤſtbares und von ſeinem Gewiſſen ange⸗ klagtes Herz zu beruhigen. Ihre Stimme, dem Lob der Tugend geweiht, glaubte von ih rem Zweck ſich nicht zu verirren, indem ſie rechtmaͤßige Gefuͤhle pries, und den Segen des