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diene, vor der beleidigenden Idee eines einge⸗ bildeten Hinderniſſes? Ich ſehe es recht gut; du fuͤrchteſt meine Unbeſtaͤndigkeit, und denkſt, ſo grauſam mich demuͤthigend, nicht daran, daß ich auch Pflichten zu gehorchen, habe. Ich irrte mich alſo in der Hoffnung, daß deine Staͤrke meine Schwaͤche unterſtuͤtzen wuͤrde! Was iſt aus deiner Tugend geworden, die ſo oft die Stuͤtze der meinigen war? O, Ma⸗ nuel! verſtehſt du nicht mehr in Almaidens Herz zu leſen? Wenn die tiefe Einſamkeit, in die ich mich begrub, wenn dieſes traurige Kloſter, in dem ich meine Zuflucht ſuchte, dir nicht mein Herz und meine Beſtaͤndigkeit offen darlegen, was koͤnnte dich von nun an uͤber⸗ zeugen und beruhigen?— Ach! du ſeufzeſt, du weinſt? Nein, du haſt mich nicht beleidigen wollen! Aber lerne mich doch endlich ganz kennen! Vertheidige mich gegen mich ſelbſt! Wahrlich, ich widerſtand meinem guten Vat ter, deinen Wohlthaͤter, der uns Beide liebt, nicht ohne Gewiſſensbiſſe. Ich achte die Rechte der Natur, auf welche die buͤrgerli⸗ chen Geſetze ſich gruͤnden. Beſteht mein Va⸗ ter auf ſeinem Vorſatz, ſo wird zwar mein


