Teil eines Werkes 
Erster Theil (1822)
Entstehung
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W 164

Gluͤck kennen wirſt? Du machſt es mir zur Pflicht, langen Gefahren entgegen zu gehen, und ich gehorche dir. Aber wie viele Jahre werden nicht bis zu unſerem Wiederſehen ver⸗ fließen? da wir uns ſchon jetzt ein friedliches, unabhaͤngiges Leben verſchaffen könnten, ein Leben voll Liebe! Glaube mir, theuerſte Almaide; laſſe uns denen entſagen, die uns zuruͤckſtoßen. Ich kenne ein oͤdes Fleck auf dieſer Erde, welches nur Schaͤfer bewohnen, die dich aber wie eine Gottheit verehren wer⸗ den. Unter ihrem gaſtfreichen Dach erwartet uns das wahre Gluͤck. Komm, folge mir! Laſſe uns unſeren Tyrannen zeigen, daß der Zwang eben ſo wenig uͤber liebende Herzen vermag, als uͤber den ſtandhaften Geiſt. Almaidens Zuͤge wurden beim Anhoͤren meiner Rede, von tiefer Betruͤbniß umwoͤlkt. Ein krampfhafter Seufzer entſtieg ihrer Bruſt. Sie verſuchte zu laͤcheln, aber dieſes Laͤcheln verbarg ihren Schmerz nicht.O! ant⸗ wortetete ſie,fuͤhlſt du denn nicht wie ſehr ich leide, wie ſehr du meine Leiden ver⸗ mehrſt? Auf dieſe Weiſe verſchwindet das Vertrauen, das ich in ſo hohem Grade ver⸗