Teil eines Werkes 
Erster Theil (1822)
Entstehung
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ben; aber die Vernunft hatte dennoch nicht die Herrſchaft uͤber ſie verloren, und ſie hoffte, durch Standhaftigkeit und feſte Entſchluͤſſe nicht nur ihr jetziges Schickſal zu beſiegen, ſondern auch ihr kuͤnftiges zu beſtimmen. Wie Don Narcis uns trennte, aͤußerte er ihr den Wunſch, ſie moͤge dem von ihm gewaͤhlten Gatten ihre Hand reichen. Ein ehrerbietiges, aber ſeſtes Nein, war ihm nicht ſehr auf⸗ fallend. Er ſetzte dieſen Entſchluß, den er fuͤr voruͤbergehend hielt, auf Rechnung des weibli⸗ chen Eigenſinns, und glaubte nicht, daß Al⸗ maide lange auf ihren Willen beſtehen wuͤrde. Ein unbeguͤterter Mann, waͤhnte er, duͤrfe nicht nach ihrer Hand ſtreben, am wenigſten aber ſein von ihm mit Wohlthaten iterhauß ter Pflegeſohn.

Ich weiß, ſagte Amaide zu ihrem Vater,daß, indem man dem weiblichen Geſchlechte Unterwuͤrfigkeit und Gehorſam ein⸗ zupraͤgen ſucht, waͤhrend man ihm nur ſtilles Dulden verſtattet, man glaubt, den Convenien⸗ zen des geſelligen Lebens Genuͤge geleiſtet zu haben. Aber hat denn das Vaterherz nicht noch andere Pflichten zu erfuͤllen? Giebt es