Teil eines Werkes 
Erster Theil (1822)
Entstehung
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freiwillige Schlachtopfer ein Pflanzenleben, und waͤhrend ihre Natur und ihr Gewiſſen in immerwaͤhrendem Streit liegen, waͤhnen ſie, die erſtere durch Entbehrungen und Kaſteiun— gen zu beſiegen, und ſuchen ſich durch Wider⸗ ſtand zu ſtaͤrken. Hier erſticken zarte und ſchwache Weſen den Anreiz der Gefuͤhle, und uͤben einen Despotismus uͤber ihre Neigungen aus, deſſen ſonſt nur große Seelen faͤhig ſind, die menſchliche Gebrechlichkeit dadurch beſchwoͤ⸗ rend, daß ſie alle ihre Hoffnungen auf den Himmel richten. Unter dieſe, von einer reli⸗ gioͤſen Ueberzeugung,— oft genug aber auch durch Swang— gefeſſelte Geſchoͤpfe, die allen Freuden des Lebens entſagen mußten, hatte Don Narcis ſeine reizende, zur Zierde der Welt geſchaffene Tochter, zu leben verurtheilt. Hier in dieſe ewig friedliche Mauern, in dieſe Wohnungen der reinſten Sittlichkeit, in denen das Streben nach Vollkommenheit der einzige Zweck des Lebens iſt, in dieſes Heiligthum, trug ich ungluckſeliget jetzt ein von gluhenden Leidenſchaften brennendes Herz, ohne den Muth zu beſitzen, die verzehrende Flamme zu loͤſchen. Doch glaubte ich ſchon den Einſiuß