Teil eines Werkes 
Erster Theil (1822)
Entstehung
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die meinige, und ſchien das zu errathen, was ich kaum begriff. Die Grundſaͤtze der Moral und der feinen Sitten faßte ſie mit Leichtigkeit und in ihren feinſten Diſtinktionen auf. Denn der Inſtinkt, welcher ihr inne wohnte, zeigte ihr das Schickliche, und hielt ſie ſtets in den Schranken, welche Weisheit und Weltklugheit vorſchreiben. Es war dieſes keine kuͤnſtliche Berechnung, nicht einmal Ueberle⸗ gung,— nein, es waren die Eingebungen ih⸗ rer ſchoͤnen Seele, es war der Adel ihres Her⸗ zens, dieſes unerſchoͤpflichen Schatzes von Rein⸗ heit, Aufrichtigkeit und Tugend. Als Almaide erfuhr, ich ſey nicht ihr Bruder, berechnete ſie, ohne ſich ſelbſt Rechenſchaft davon geben zu koͤnnen, die ganze Gefahr ihrer Lage. Die Natur lehrte ihr, daß ſie, von nun an, allzu lebhaften Liebkoſungen widerſtehen muͤſſe. Die Schamhaftigkeit wuchs, und ſollte bald das Da⸗ ſeyn der Liebe entſchleiern.

Von unſerer zarteſten xinthp an der Pflege des biederen Terillo und der guten Ger⸗ trude anvertraut, faſt von gleichem Alter, ſtets unzertrennlich, jedes Vergnügen, jeden Schmerz theilend, faßten wir die ſtaͤrkſte gegenſeitige Zu⸗

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