Teil eines Werkes 
Erster Theil (1822)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

tigkeit, deine Reinheit, zu deinem Verderben mißbrauchen. Deine Tugenden allein werden nicht im Stande ſeyn, dich vor Schaden zu be⸗ wahren. Nur zu ſpaͤt erfaͤhrt man, daß ſie nur wenig Nutzen bringen, wenn nicht Staͤrke der Seele mit ihnen verbunden iſt. Nur mit dieſer ſeltenen, aber großen Eigenſchaft iſt man im Stande, die ſchwerſten Pflichten zu erfuͤllen; durch ſie widerſteht man den ſchrecklichſten Un⸗ glaͤcksfaͤllen, wie auch den Wandelbarkeiten des Lebens, die ſo oft erzwungen, ſtrafbare Folgen nach ſich ziehen. Kurz, man entſcheidet ſelbſt uͤber ſein Schickſal. Es gehoͤrt viele Energie, große Standhaftigkeit, ein inniges Gefuͤhl eigener Wuͤrde, und eine ausdauernde Geduld dazu, um jene Herrſchaft uͤber ſeinen eignen Willen zu erlan⸗ gen, die ſich das Schickſal ſelbſt und die gemeinen Seelen zu unterwerfen verſteht. Du biſt dazu geeig⸗ net, dieſes Ziel zu erreichen, und von dieſem Tage an, mußt du darauf bedacht ſeyn, Herr uͤber dich ſelbſt und dein Schickſal zu werden. Du haſt keine Mutter mehr. Dein Vater kann dich nicht zu ſich rufen: Ein unerklaͤrbares Ver haͤngniß zwingt ihn, ſelbſt ſeinen Namen vor

dir zu verbergen. Tadle ihn nicht, mein Sohn, Don Manuel. Erſter Theil. 2