Teil eines Werkes 
Erster Theil (1822)
Entstehung
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habe, oder ob ich nichts als eine verlaſſene Waiſe ſey. Ich war wie vernichtet.

Mein Vormund verſuchte mich zu beruhi⸗ gen, nahm mich in ſeine Arme und benetzte mein Geſicht mit ſeinen Zaͤhren.Lieber Sohn, rief er,warum war ich verurtheilt, dir dieſes traurige Geheimniß entdecken zu muͤſ⸗ ſen?Ja, rief ich aus,nennen Sie mich ſtets Ihren Sohn! Nur ſie beſchuͤtzten meine Kindheit; nur Sie will ich ſtets lieben; nur Sie allein verehren! Sie ſind mein wah⸗ rer Vater! den, der mich von ſeinem Herzen ſtieß, verabſcheue, verfluche ich!

Dieſe, von einem verzweiflungsvollen Kin⸗ de ausgeſtoßene, unuͤberlegte Worte, bewirk⸗ ten eine ſeltſame Veraͤnderung in den Geſichtszuͤ⸗ gen meines Vormundes. Er erroͤthete und er⸗ blaßte wechſelsweiſe. Er durchlief das Zimmer mit ſtarken Schritten und ſtieß Reden aus, de⸗ ren Sinn ich nicht begriff. So viel glaubte ich zu verſtehen, daß er einen Sohn verabſcheue, der faͤhig ſey, ſeinem Vater zu fluchen.

Nach einem langen, nur durch mein Schluchzen unterbrochenen Schweigen ſetzte ſich der Mann, welcher den ſuͤßen Vaternamen ge⸗