Teil eines Werkes 
Erster Theil (1822)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

und verleiht ihnen Nahrungsſtoff; nur Stand⸗ haftigkeit kann ſie beſiegen. Aber ach! Wer vermag den taͤglichen Verfuͤhrungen, den Fode⸗ rungen der Convenienzen, der in Pflicht ſich verhuͤllenden Selbſtſucht, gehoͤrigen Widerſtand zu leiſten? Dieſe ſind die Quellen von Feh⸗ lern, die wir nie wieder gut machen koͤnnen.

Hatte der ernſte Ton dieſes Geſpraͤches mich ſchon uͤberraſcht, ſo wurde ich es noch weit mehr durch den Ausdruck, mein jun⸗ ger Freund, deſſen ſich mein Vater zum er⸗ ſtenmal gegen mich bediente. Ich war auf dem Wege, ihm zaͤrtliche Vorwuͤrfe hieruͤber zu machen, als er in ſeiner Rede alſo fort fuhr:

Mit der lebhafteſten Theilnahme ſehe ich, daß du gute Fortſchritte in den Wiſſen⸗ ſchaften machteſt. Nur durch dieſe vermag der Mann ſich ehrenvoll auszuzeichnen, und nur ſie fuͤhren zum wahren Gluͤck. Du erreichſt bald dein ſechszehntes Jahr. Meine Zaͤrtlich⸗ keit fuͤr dich waͤhlte den Tag, an welchem deine Anſtrengungen belohnt wurden, um dich zu neuem Eifer zu ermuntern, und zu deiner Ver nunft zu reden, die ich fuͤr fruͤhreif halten