Worauf die Brunnenbäuerin ſagte:„Schlawitzer, ſeid Ihr's? Kommt herein und laßt uns ſehn, ob wir noch ein Geſchäft mit einander machen können!“
Und der Schlawitzer kam herein und nach öfterer Wiederholung ſeiner Anſicht, daß„Alles ſchleifen und Alles zu Grunde gehe, und daß ihm weh ſei vor dem ganzen Handel und der ganzen Welt,“ ſo wie nach mehrfachen Anſpielungen auf Walter und Gertrud, welche Hand in Hand dabei ſtanden, Letztere zuweilen erröthend über die Worte des Schlawitzers, hatte die Brunnenbäuerin ihre Einkäufe bei demſelben vollendet, worauf er ſich empfahl und weiter zog mit ſeinen voll⸗ geſtopften Taſchen und ſeinem breiten Frack, indem ſein Ruf:„Schlittſchuh! Schleifen! Alles geht ſchleifen!“ in der Ferne verhallte..
Und dann kam wieder ein Tag, und dieſer Tag war der hellſte und ſchönſte von allen. Die Glocken der Eliſabether Kirche länteten. Es waren die Hochzeits⸗ glocken für Walter und Gertrud. Das Trauerjahr für den Vater war vorüber, und im bräutlichen Gewande, mit dem Myrthenkranz auf der reinen Stirn trat Gertrud am Morgen dieſes Tages in die große Stube des Brunnenhofes, umringt von den Freundinnen ihrer Jugendzeit, welche, gekleidet in ihren Sonntagsſtaat mit blauen Kränzen von Kornblumen in den Haaren, ſich bereits zum Zuge nach der Kirche ordneten. Aber ſie verläßt die Stube noch einmal. Sie hat ihren Walter
auf der großen Diele an der Thür ſtehen ſehen, welche
ſich in den Garten öffnet.„Ich habe an den Tag ge⸗ dacht,“ ſagt er, indem er die Arme ausbreitet, um ſie


