Teil eines Werkes 
3. Buch (1863)
Entstehung
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könne, und er ſei viel zu gut, um hinter den Biertiſchen von Marburg zu fiedeln.

Im Herzen aber hatte auch ſie keinen innigeren Wunſch, als daß er zurückkehren möchte; denn ſie wußte ja zu gut, wie Gertrud ihn liebe, und es that ihr weh zu beobachten, wie ihr Kind zwar ſtill, aber fortwährend an ihn denke und um ihm trauere. Als daher der Brunnenmatz jenes plötzlichen, aber nicht ganz unerwar⸗ teten Todes verſtorben denn ſein unordentliches Le⸗ ben hatte in der letzten Zeit eher zu⸗ als abgenommen da redete ſie ihrer Tochter zu, an Walter nach Lon⸗ don und unter jener Adreſſe zu ſchreiben, welche er ihr einſt, in ſeinem erſten und einzigen Briefe an ſie gege⸗ ben hatte. Täglich, ſtündlich wartete ſie auf Antwort. Aber es kam keine. Und trauriger ward ſie von Tag zu Tag. Sie ſprach nicht von ihrem Schmerze, denn ihre Natur war eine leidende und duldende, ſolch' eine echt weibliche, deren helfende Hand und theilnehmendes Lächeln für Jeden bereit iſt, ohne Anſpruch darauf zu machen, daß ein Andrer die Erzählung ihres Wehs und die Geſchichte ihres eignen Kummers mit anhöre. Aber in der Tiefe ihres Herzens litt ſie unendlich darüber, daß Walter ihr auf einen Brief, wie ſie ihn geſchrieben, nicht antwortete; ſie wußte ja nicht, daß er ſelber als Antwort kommen werde..

Und an einem trüben und regneriſchen Herbſtnach⸗ mittage, als es ſchon anfing, zu dunkeln, war es gewe⸗ ſen, daß Gertrud, welche gewöhnlich um dieſe Zeit vor dem Fenſter der großen Stube im Brunnenhof mit

weiblicher Handarbeit beſchäftigt ſaß, plötzlich auf⸗

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