Teil eines Werkes 
3. Buch (1863)
Entstehung
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mäßig verloren zu gehen. Weswegen auch der braune Freund an ſeiner Seite, Geſchäftsführer des großen und weltbekannten Hauſes Day und Martin(macht in Schuhwichſe) welches der Herzogin einige hundert Ton⸗ nen ſeines Fabrikats in Ladung gegeben hatte, ſehr ernſt war und ſich nur bewegte, wenn der Captain ihn mit einem galanten Winke auf die Flaſche einlud, ſich zu bedienen.

Außer dieſen beiden Herren waren nur noch die Mantelſäcke, Röcke und Hüte von einigen andern Her⸗ ren anweſend, welche nebenan in den kleinen Kajüten ſchnarchten; ſowie derSteward des Schiffes, welcher irgendwo hinter einem Verſchlage in derſelben harmlo⸗ ſen Beſchäftigung thätig war, bis der Ruf der beiden Neuangekommenen ihn weckte. Worauf er aus ſeinem Verſchlage hervorkroch, in ſchmutzigen Hemdärmeln, mit derſelben von Ruß geſchwärzten Tuchkappe, demſelben Meſſingring im Ohr und demſelben verdrießlichen Ge⸗ ſichte, welches Walter von ſeiner erſten Fahrt her noch wol im Gedächtniſſe hatte.

Zum letztenmale, am Kazütentiſch der Herzogin, ſaßen ſich Walter Grün und Franz Michel, der Muſikmeiſter von London, gegenüber. Ihre Gläſer, mit Rothwein gefüllt, klangen gegen einander und eine Thräne die erſte, welche Walter je darin geſehen hatte glänzte in dem kleinen, grauen Auge des Muſikmeiſters.

Und fühlſt Du noch immer keine Sehnſucht, mit mir in die Heimath zu reiſen? fragte Walter.

Ich habe keine Heimath mehr, erwiderte der Mu⸗ ſikmeiſter, weicher und wehmüthiger, als Walter ihn je

Straßenſängerin III. 15