Teil eines Werkes 
3. Buch (1863)
Entstehung
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ſchenden Lärm der Weltſtadt, welcher mich betäubt; den Anblick ihrer Pracht, welcher mich unterhält und ihrer Nichtigkeit, welcher mich über mein eigenes Schick⸗ ſal tröſtet.

Und haſt Du niemals ein Verlangen nach der Stelle in dieſer weiten Welt empfunden, welche Deine Heimath iſt? fragte Walter.

Was nennſt Du Heimath? entgegnete Franz Mi⸗ chel.Iſt es der zufällige Erdenfleck, auf welchem wir die Miſere des Lebens begonnen haben? Sind es die Berge, die gleichgültig für Menſchenweh in's Thal hin⸗ unterſchaun, heut, wie vor Jahrhunderten? Oder die trägen Kleinſtädter, welche die Köpfe zuſammenſtecken, um über Dich zu tuſcheln? Ich glaube, nicht eine Seele würde mich wiederkennen, wenn ich zurückkehrte zu Dem, was Du meine Heimath nennſt. Meine Eltern ſind todt. Meine Geſchwiſter ſind ausgewandert zweie nach Amerika der Dritte ich weiß nicht wohin. Nicht einmal mehr das Haus ſteht, in welchem ich ge⸗ boren worden bin. Soll ich auf den Kirchhof gehn? Sind die Gräber meiner Eltern meine Heimath? Sprich nicht von meiner Heimath ich habe keine. Es gibt nur zwei Dinge: die Welt und die Heimath; und Du verlierſt die Heimath, ſobald Du die Welt geſehen!

Armer Freund! dachte Walter, indem er an Franz Michels Seite zum letztenmal durch die langen Straßen von London ging, umtoſt von dem gewaltigen Rauſchen, das ihn einſt ſo entzückt, und umglänzt von den Lichtern, die ihn einſt ſo geblendet hatten.Nicht der Glauben an das Leben, nicht der Glauben an die Heimath

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