aber werden nicht bald die bunten Lampen von London wieder herauftauchen? Werden die ſchönen Geſichter und die lachenden Augen von Regent⸗ſtreet Dich nicht mitten in Deinem Alltagswerk ſtören? Werden die be⸗ zaubernden Klänge Dich nicht aufwecken, wenn Du in Deiner getünchten Stube ſitzeſt, und das monotone Ge⸗ ſpräch des Haushaltes begleitet wird von dem Ticktack der Wanduhr? Werden die Paläſte von Belgravia und die duftumflorten Baumgruppen von St. James's nicht plötzlich vor Dir ſtehen, wenn Du durch die holprigen Gaſſen und die einſamen Feldwege Deiner erſehnten Heimath gehſt?...
„Nimmer— nimmer!“ rief Walter.
„Täuſche Dich nicht,“ fuhr ſein älterer Freund fort. „Unſer iſt die Sehnſucht, die uns in die Fremde zieht, und uns mit Heimweh quält, wenn wir ſie erreicht haben. Wir ſind ein unglücklich Geſchlecht, wir Men⸗ ſchen; wir hängen am Vergangenen, und unſrer Seele verlangt es nach dem Unbekannten. Aber Eines iſt unmöglich: in den frühern Zuſtand der Unſchuld und zu der ehemaligen Beſchränktheit des Glückes zurückkehren. Es giebt Bilder, die ſich nicht vergeſſen, und Ideen, die ſich nicht mehr verbannen laſſen. Oder glaubſt Du, daß Adam und Eva das Paradies, ſelbſt wenn man es ihnen hätte zurückgeben wollen, noch paradieſiſch gefun⸗ den hätten, nachdem man ſie einmal daraus vertrieben? Ich glaube es nicht; ich glanbe an Nichts als an die Erbärmlichkeit dieſes Lebens. Und da Unbefriedigung das Ende iſt, wie man es auch leben mag, ſo laß mir
den Glanz, der müch über das Elend täuſcht, den rau⸗


