Teil eines Werkes 
3. Buch (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

auch diesmal begleiteſt, ſagte Walter Grün, ſeinen Arm in den des Muſikmeiſters legend.

Ich werde Dich nicht verlaſſen, Walter, erwiderte dieſer.Ich bin es nicht, der Dich verläßt, Du ver⸗ läſſeſt mich... Aber huſch! vertheidige Dich nicht Es iſt ja kein Vorwurf, den ich Dir mache. Du biſt nicht für die Welt gemacht. Du haſt noch Dinge, an die Du glaubſt. Du haſt noch Dinge, die Du

Und mein Glaube iſt feſter, meine Liebe inni⸗ ger geworden, ſeitdem ſie mir auf's Neue gegeben ſind, unterbrach ihn Walter, deſſen Seele mit den ſtillen und friedvollen Bildern der Heimkehr beſchäftigt war. Ich fühle, fuhr er fort,daß eine wunderbare Ver⸗ änderung in mir vorgegangen iſt. Ich fühle Nichts mehr von jener nagenden Pein, die mich einſt in die Welt trieb, um Phantomen zu folgen. An ihre Stelle iſt eine ſtille Sicherheit getreten, als ſei ich nun auf dem rechten Wege. Ich kehre zu dem Glück zurück, das ich verlaſſen habe; und ich danke dem Herrn, daß er es mir erhalten hat.

Du ſprichſt, wie ein Profeſſor der Moral, ſagte Franz Michel mit einem etwas ungläubigen Geſichte, obgleich er ihn ganz ruhig angehört hatte.Aber Dein Glück, mein Freund, iſt nicht für Jedermann. Es iſt ein recht ſpießbürgerliches Glück, nimm mir's nicht übel, in ſolch' einer engen Stadt und ſolch' einem altfränki⸗ ſchen Hauſe zu ſitzen, gefeſſelt an ein Weſen, und umgeben immer von denſelben Geſichtern. Es mag gut ſein für die erſte Zeit denn aller Wechſel zerſtreut...