Teil eines Werkes 
3. Buch (1863)
Entstehung
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Aber mitten in ſeinem Paroxysmus ging es ihm wie ein Stich durch die Seele ſie liebte ihn ja nicht!

Das Fortbeſtehen einer Liebe, welche nicht erwidert wird, gehört zu den ſcheinbaren Räthſeln des Menſchen⸗ herzens. Ein eigenthümlicher Schimméß von Schwer⸗ muth und unverdientem Leiden, der um ſie ausgebreitet iſt, läßt ſieintereſſant erſcheinen und macht ſie zu einem Lieblingsthema für gewiſſe Dichter. Aber wir haben nie daran geglaubt. Wir haben gemeint, der flüchtige Blick eines Auges, das Lächeln eines Angeſichts, die Muſik einer Stimme ſogar das Flattern eines Schleiers könne die Zukunft eines Herzens beſtimmen für Immer; aber wir haben nicht gemeint, daß dieſe Attri⸗ bute von Jngend und Schönheit an ſich ſchon genügend wären, um einen Eindruck von unauslöſchlicher Dauer zu machen. Wir haben gemeint, das Weſen der Liebe und das Zeugniß ihrer heiligen Miſſion auf Erden ſei ihre Gegenſeitigkeit. Man hat uns Beiſpiele des Gegen⸗ theils angeführt, und mehrere bedeutende Beweiſe dafür aus alter und neuer Zeit genannt; worauf wir erwidert haben, daß es vielleicht eine Liebe ohne Gegenſeitigkeit geben könne, aber daß ſolch' eine Liebe unnatürlich und entweder eine Täuſchung oder eine Krankheit ſei. Die urſprünglich geſunde Natur iſt ſtark genng, eine ſolche. Liebe von ſich auszuſcheiden; und darum iſt unſre Mei⸗ nung, daß es eineunglückliche Liebe nur im Sinne der Tragödie giebt, wenn das Schickſal trennend zwiſchen zwei Herzen tritt, die durch eine große Leidenſchaft ver⸗ bunden ſind. Wir glauben an die Liebe von Abälard zu Helviſe. Wir glauben an die Liebe von Romeo und