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Nun fing er an zu überlegen. Sollte er klopfen? Sollte er hineingehn? Sollte er Annie wiederſehn?... Seine Hand ſank ihm.— Dort oben war das Fenſter. Es war matt erleuchtet. Annie mußte zu Hauſe ſein. Jetzt wieder gehn, nachdem er ihr ſo nah geweſen, daß er die Hand nur auszuſtrecken brauchte um ſie zu erreichen? Unmöglich. Seine Pulſe fieberten. Eine vorübergehende Hitze flog über ſeine Schläfen. Er wandte ſich zum Gehen. Er kehrte zurück. Er blieb ſtehen. Er ſah empor zu ihrem Fenſter, welches erleuchtet war. Er hob die Hand. Er ergriff den Klopfer— aber ſiehe da! plötzlich er⸗ loſch das Licht oben. Der Klopfer entſank ſeiner Hand. Er trat zurück. Das Fenſter war dunkel. Was konnte das ſein? Das Geſicht nach Oben gewandt blieb er ſtehen. Aber mitten in ſeinen Gedanken ward er durch das Geräuſch der Thüre geſtört. Sie öffnete ſich und im Zwielicht des Sommerabends traten zwei weibliche Geſtalten heraus. Die Eine, ſehr ſtattlich gekleidet in rauſchender Seide und einen bunten Beduinenmantel, jung und hübſch und fröhlich, kannte er nicht. Die Andre aber, im beſcheidnen, faſt ärmlichen Gewande, mit einem Geſicht voll Gram und Entbehrung und mit trau⸗ rigen Augen— die kannte er. Es war Annie.
Sein Herz klopfte laut auf— vor Freude! O, du armes, thörichtes Menſchenſchenherz. Vor Freude, ſie wieder zu ſehn, klopfte ſein Herz, und die Liebe zu ihr, die er überwunden zu haben glaubte, flammte auf in ihm aufs Neue. Er hätte ihr entgegenfliegen, und auf ihre Schulter weinen mögen; vor ihr niederſinken hätte er mögen, um ihre Knie ſchluchzend zu umklammern.


