zum Abſchied... Aber nein! er wollte London nicht verlaſſen; er konnte nicht ganz aus ihrer Nähe ſcheiden. Er war nur hierher gekommen, um an dieſem Abend mit Franz Michel und am andern Morgen mit ſeinem Prinzipal die Angelegenheit zu beſprechen. Er war über⸗ zeugt ſie würden ihm beide davon abrathen, London zu verlaſſen.
Dann aber trat das Bild der ſchönen Frau wieder vor ſeinen Blick, wie ſie heut im ſanften Glanz der Morgenſonne geſtanden— gleich einer lächelnden Fee aus den Märchen ſeiner Kindheit— und wie weich der Druck ihrer Hand geweſen und wie lieblich der Ton ihrer Stimme und wie ſie ihm von dem ſchönen Schloß und dem Meer und den Bergen und ihren Liedern ge⸗ ſprochen. Und neue Bilder der Zukunft wogten durch ſeine Seele— neue, ſtolzere Hoffnungen, als er ſie je gehegt, von vornehm ernſten Hallen, in welchen, nicht wie in jenen andren die er kannte, der Schein, ſondern die wahre Herrlichkeit dieſer Welt, ihr unverfälſchter Glanz und ihre über dem Gemeinen hoch erhabene Pracht wohnt. Seine Träume die er einſt geträumt von ſchönen königlichen Frauen, die entzückt ſeinem Spiele lauſchten, erneuten ſich... aber zürnend trat ein Bild hinein, das Bild Annie's, wie ein Vorwurf, daß er dem Schatten ſeiner Liebe treulos werden und Wünſchen noch einmal nachgeben könnte, welche mit ihr für Immer begraben.
Nun hielt der Zug unter dem großen Bogen der Station. Lichter in rothen, blauen und grünen Gläſern funkelten ringsum. Das entfernte Brauſen von London, wie die heranrollenden Wogen des Meeres, ſchlug an


