Teil eines Werkes 
3. Buch (1863)
Entstehung
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Duft einer ſüßen Blume, den Glanz einer ſonnigen Landſchaft empfindet... oder wäre Klang, Duft und Glanz ſelber nichtig, weil ſie doch flüchtig und vergäng⸗ lich ſind? Flüchtig und vergänglich iſt Alles, was uns umgiebt, und wir ſelber ſind es. Aber einen feſten Grund giebt es in dieſem raſtloſen Wechſel der S nungen; eine ewige Quelle, aus der ſie ſteigen, in d ſie zurückkehren; eine beſtändige Kraft, die Liebe, welche Alles geſchaffen hat und immer neu mit ihrer Fülle durchſtrömt. Die Erſcheinungen verwandeln ſich ihr Leben iſt Sterben. Der Klang der Muſik ver⸗ hallt. Der Duft der Blumen verweht. Der Glanz der Landſchaft verſchwindet. Aber die ſüße Empfindung die wir hatten, als die Muſik noch tönte, die Blume noch blühte und die Landſchaft noch lächelte die Ge⸗ wißheit der Liebe, welche durch unſere Sinne zu uns geſprochen, die bleibt! Dieſe Liebe iſt das Wirk⸗ liche; und uns im Leben und Sterben Eins mit ihr zu wiſſen das Glück!..

Wir wollen mit Schönheit und Freude nicht brechen wir wollen unſere Seele zu läutern verſuchen, damit ſie voll hineinfluthe in jenen ewigen Strom der reinen Liebe wir wollen die Illuſivnen verſcheuchen und unſren Träumen eine Thräne nachweinen.. weint ja auch die Roſe am frühen Morgen, wenn die goldigen Nebel ſinken, welche die Sonne verhüllten... Wir wollen wahr und rein und gut zu werden trachten, da⸗ mit unſer Herz einen Theil habe an jenem Glücke, wel⸗ ches in dem Gefühle der Einheit und des Friedens mit der das All durchſtrömenden Liebe beſteht... ſei es