Teil eines Werkes 
3. Buch (1863)
Entstehung
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in jener Nacht und theilte ſeinem würdigen Freund am andern Morgen mit, daß er entſchloſſen ſei, London zu verlaſſen Es ſei ihm unmöglich, ſagte er ihm, länger an den Plätzen zu verweilen, die ihm ſchrecklich ſeien ohne den Gedanken an ſie, und ſchrecklicher durch den edanlen an ſie, die er nun für immer verloren habe. m Verhaßteſten von Allem ſei ihm das Café chantant mit ſeinen müden Geſtalten, die nicht einmal der Rauſch mehr zu entflammen vermöchte, und ſeinen lärmenden Nächten, deren Reſt die größte Rüchternheit und uner⸗ träglichſte Leere ſei. Ja, er empfinde einen heftigen Widerwillen gegen Alles, was Schönheit und Frende heiße und er wollte fort einerlei wohin nur fort, um Nichts mehr davon zu ſehen und zu hören. Dieſes alſo, erwiederte damals Franz Michel, iſt Deine Meinung und ſo bald hat ſich die Begeiſte⸗ rung verflüchtigt, mit welcher Du Dich in das nichtige, glänzende Treiben ſtürzteſt? Weißt Du noch, wie an jenem erſten Abend Dein Auge funkelte? Weißt Du noch, wie Dein Herz, Deine Schläfe pochten? Wie Du Dir Feſte endloſen Entzückens träumteſt? Weißt Du noch? Und heute ſchon brichſt Du mit Schönheit und Freude. O, mein Freund, ſie ſind wohl nichtig; aber das Andere iſt es auch. Nichtig iſt der Schein; aber nichtig iſt auch das Weſen, und glücklich nur der Eine, welcher von Beiden Nichts mehr hfft Iſt denn nun in der That das Glück Nichts als ein Verzweifeln, Aufgeben und Entſagen? Giebt es kein wirkliches Glück, ſolch eines, das man empfinden kann, wie man den Klang einer lieblichen Muſik, den