Teil eines Werkes 
3. Buch (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Nachbar hatte die Verkäuferin elfenbeinerner Schnitzwaa⸗ ren eine Dame von großer Corpulenz viel aus⸗ zuſetzen, bei allem Reſpekt vor ſeinem hübſchen Spiel und ſeinen hübſchen Augen, denen ſie alle Gerechtigkeit widerfahren ließ. Er ſei ſo einſilbig, ſagte ſie. Er ſei ein Ausländer, ſagte ſie, ein Deutſcher, wie ſie gehört habe. Alle Deutſchen ſeien einſilbig. Er ſolle ſich nur den franzöſiſchen Handſchuhmacher von Piver's Laden zum Muſter nehmen; der ſei gleichfalls ein Ausländer, ſpreche aber doch den ganzen Tag, wenn es nicht recht ſei, ſo ſei es falſch. Darauf komme es nicht an. Der Deutſche da aber könne ſchon ganz gut Engliſch ſprechen. Er wolle nur nicht. Das ſei die Sache. Er ſei ſo einſilbig.

In der That es war nicht höflich von unſerem blonden Landsmann, ſich ſo wenig um ſeine geſprächige Nachbarin zu bekümmern, die doch eine Dame von ſehr anſtändigem Aeußern und höchſt reſpectablen Jahren war. Er war nun ſchon mehr als ein halbes Jahr täglich mit Ausnahme der Sonntage an dieſem Platze geweſen, von früh bis ſpät, ohne mehr mit ihr zu ſprechen, als:Guten Morgen,Guten Abend, oder: Es iſt heute ſchönes Wetter,Es iſt heute ſchlechtes Wetter, wie es eben war. Alſo die Verkäuferin elfen⸗ beinerner Schnitzwaaren hatte ganz Recht, wenn ſie den deutſchen Clavierſpieler als einen ungeſelligen Nachbarn tadelte; aber der Verfaſſer dieſes Romanes iſt der Ver⸗ zeihung ſeiner Leſer für denſelben gewiß, wenn er ſie bittet, den Beſchuldigten etwas näher anzuſehen. Denn wenn auch mehrere Monate vergangen, ſeitdem ſie ihn

*