Teil eines Werkes 
3. Buch (1863)
Entstehung
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Gänge, neuer Hallen, neuer Höfe und Säulenſtellungen erſcheint. Wir vermögen es nicht, ihre Ordnung zu un⸗ terſcheiden; wir ſehen nur eine ungeheure Menge von Gegenſtänden und eine weite Ausde ehnung von Licht da⸗ rüber. Die ungeſtalteten Maſſen von Schall und Licht vereinen ſich, um uns vollends zu verwirren und zu be⸗ täuben. Wir erinnern uns einer jungen Dame, die in unſrer Geſellſchaft zum erſtenmal hierher kam. Sie war eine muntre, junge, hübſche Dame, und trug einen hüb⸗ ſchen Roſenhut und einen weißen Shwal an jenem Tage. Die fing an zu weinen, als wir ſo weit gekommen waren.

Aber allmälig geſchieht es, und gleichſam Hand in Hand, daß der Schall ſich ordnet und das Licht ſich ge⸗ ſtaltet. Wunderliebliche Harmonien aus ungeſehenen Fernen, wie Sphärenmuſiken umſchweben uns. Der ge⸗ tragene, weihevolle Schall der Orgel begrüßt uns; und indem die letzte Schwingung ihres frommen Prälndiums verbebt, miſchen ſich helle Kinderſtimmen hinein, deren Geſang, aus der Höhe herunter, der Vorſtellung gleicht, welche wir uns von dem Geſange der Engel machen. Und glockenrein, wie ſich dieſe himmelsverwandten Klänge in das melodiſche Plätſchern von Brunnen verlieren, die über Klippen und Moosbänke in weite Waſſerbecken rie⸗ ſeln, werden ſie ſogleich durch einen rauſchenden Satz aus der neuen Oper oder durch einen Chor von Tau⸗ ſenden erſetzt, die an der Rieſenorcheſtra hinaufgruppirt, Aehnlichkeit mit einem bewegten Meere haben, in dem man kaum die Köpfe der Einzelnen, die weißen Hals⸗ tücher der Männer und die farbigen Mäntel der Frauen

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