Teil eines Werkes 
3. Buch (1863)
Entstehung
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abgelegenen Gründen, ſich erquickend an ihrer Blumen⸗ luft und Wieſenfriſche, auf ihren ſchattigen Bänken und einſamen Waldplätzen, wo man zuweilen noch um Weih⸗ nachten eine Roſe pflückt, an ihrer tiefen Stille, die nur unterbrochen wird durch das leiſe Plätſchern der Spring⸗ brunnen und das Echo von Muſik, an ihrer Fernſicht über ein reiches, ſchönes Land bis in die bläuliche Däm⸗ merung, wo im Oſten das Meer beginnt, und dem Hauch von Frieden, der über Allem weht. Oft und oft, wenn uns weh ward in dem täglich wiederkehrenden Brauſen von Londons Straßen, haben wir ſelber uns hierherge⸗ wandt nach Sydenham, uns unter den Myrthenbaum ſetzend, am ſtillen Waldrand, zwiſchen Eichen und Ulmen und Roſen träumend, als ſei die Welt hinter uns ver⸗ ſunken, und ſelig in dem Genuſſe der ſüßen Luft und dem holden Schweigen der Natur.

Hoch über dieſen lieblichen Gründen auf dem Hügel ſteht der Crhſtallpalaſt. Breite, weiße Stufen führen hinan; Götterbilder lächeln uns entgegen; auf den Trep⸗ penabſätzen in weißen Marmorſchaalen blühen kleine glü⸗ hend rothe Blumen. Sphynxe liegen auf den Rampen. Gelber Kies bedeckt die Terraſſe. Aetheriſch vor uns baut ſich Galerie über Galerie; und prächtig darüber wölbt ſich die Kuppel von Glas.

Eine neue Welt. Wir vernehmen ihr dumpfes Brauſen, indem wir durch das Crhſtallthor ſchreiten, ihr Gemurmel, wie von tauſend und abertauſend Lippen, die Vereinigung all jener Stimmen, welche ihr fortwäh⸗ rendes Geränſch bilden die Fußtritte der Menſchen, das Lachen, die Muſik, den Geſang, das Plätſchern des

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