Teil eines Werkes 
2. Buch (1863)
Entstehung
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färbten, wenn ſie die Folgen erwog, welche dieſer unver⸗ antwortliche Schritt ihres Bruders für ſie Alle hätte haben können, wäre die Familie nicht durch einen Zu⸗ fall in ſein Geheimniß eingeweiht worden; wie ſie ſo⸗ gleich darauf drang, daß der ſchuldige Mitwiſſer deſſelben, der alte Bill, welcher ihr ſeit Jahren ein Gegenſtand der Abneigung und des Verdachts geweſen, aus der Umgebung und Nähe George's entfernt werde; und wie ihr Unwille den höchſten Grad erreichte, als ſie jenen Brief las, welchen das niedrige Geſchöpf dem Erben von Trevhnyr geſchrieben, und in welchem ſie ſich zu ſagen erdreiſtete, ſie habe ihm ihr Leben und ihre Liebe geopfert, und ſtehe nun, ſeit er ſie verlaſſen, mit ihrem Kinde am Rande der Verzweiflung. Ihr Leben und ihre Liebe? Ha, ha, ha und wie nun mit dem Gefühle der Entrüſtung, welches ſo ſehr zur Ehre dieſer tugendhaften Dame gereichte, ganz heimlich ſich ein Gefühl der Befriedigung miſchte, wenn ſie an jene Beſchimpfung dachte, welche ihr einſt in Ge⸗ genwart des Majors von ihrem Bruder bereitet wor⸗ den, und welche ſie ihm nie vergeſſen hatte und nie vergeben.

Dieſe Angelegenheit, in welcher der getreue Jacques Patürot, deſſen Kenntniſſe in der engliſchen Sprache ſich inzwiſchen hinreichend vermehrt hatten, ihr Vertrau⸗ ter war, nahm ſie zu der geſchilderten Zeit gänzlich in Anſpruch, und bildete auch ein beliebtes Thema der Unterhaltung zwiſchen ihr und dem Major, welcher täg⸗ lich zwiſchen eins und zwei ſeinen Beſuch zu machen pflegte. Die Gräfin Erkisdale, ein ſcheues, ſchüchternes