Teil eines Werkes 
2. Buch (1863)
Entstehung
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trauen, inſoweit es die Verhältniſſe Dritter betraf. So hatte er ihr, unter Anderm, die Briefe einer ge⸗ wiſſen Bettlerin und verworfenen Perſon zugeſchickt, welche an den Honourable George Meadows gerichtet geweſen. Man hatte ſchon früher von dieſem Frauen⸗ zimmer gehört. Es mußte wol das Frauenzimmer ſein, deſſen Name der Kranke ſo häufig in die Phantaſien ſeines Irrſinns miſchte. Man hatte in Erfahrung ge⸗ bracht, daß der junge Herr kurz vor ſeiner Reiſe nach dem Continente in einer von jenen Anwandlungen des Herzens, welche ihm als Kind ſchon zuweilen die ironi⸗ ſchen Bemerkungen der Familie zugezogen, ein ſchmutzi⸗ ges Mädchen von der Straße aufgegriffen und daſſelbe in der männlichen Verkleidung eines Dieners mit ſich nach Deutſchland genommen, wo er mit ihr an einem kleinen Orte im Gebirge längere Zeit verborgen gelebt habe. Das keuſche Blut Mylady's hatte ſich empört bei dem Gedanken an dieſe Täuſchung, welche geeignet war, Unehre auf das ganze Haus der Hezlewvods zu bringen.Man muß Acht geben auf dieſen jungen Herrn, hatte ſie geäußert,daß er nicht das reine Wappen der Familie mit einem Flecken behafte, welchen Nichts mehr hinwegzuwaſchen im Stande ſein würde! Dies leuchtete Seiner Herrlichkeit, dem edlen Lord wol ein. Er ſtimmte mit ſeiner Tochter darin überein, daß man energiſch verfahren und die widerwärtige Sache ſogleich im Keime erſticken müſſe. Weswegen er ihr auch die unbeſchränkte Vollmacht gegeben, in dieſer An⸗ gelegenheit unerbittlich nach eigenem Ermeſſen zu ver⸗ fahren. O, wie die feinen Wangen dieſer Dame ſich