Teil eines Werkes 
2. Buch (1863)
Entstehung
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rechts erhalten hat, als bei uns auf dem Continent die Tochter an ſich zwar nicht, weder vom Grundbeſitz noch von der Pairie ausgeſchloſſen iſt, aber doch in dem Falle, wo ein Sohn vorhanden iſt, welcher den natür⸗ lichen Vorzug vor ihr hat.

Abwarten alſo war nach beiden Seiten hin die von der Klugheit gebotene Taktik dieſes Paares. Und ihr Geſchichtſchreiber muß es ihnen zu ihrem Lobe nachſagen, daß ſie dieſen ſchwierigeren Theil ihres Feldzuges mit ebenſo viel Würde als anſcheinender Geduld beſtanden. Wobei ſie freilich, wie alle großen Geiſter, an den Zu⸗ fall glaubten. Denn das Eingreifen des Zufalls in unſere Unternehmungen geſchieht häufiger und wirkt entſchiedener, als Manche glauben möchten. Ohne den Zufall wird keine Schlacht gewonnen, kein Erfolg errun⸗ gen, mögen wir ihn nun Glück nennen, wenn er für uns, oder Unglück, wenn er gegen uns plaidirt. Thöricht darum iſt es, wenn die Unternehmer von gro⸗ ßen Spekulationen, ſei es im Leben, ſei es im Roman, ihre Rechnungen im Voraus fertig machen bis ans Ende. Es bleibt immer eine Lücke, welche ſich nicht von An⸗ fang an überſehen ließ, eine Unterbrechung, ein Zwi⸗ ſchenraum, in welchen zur entſcheidenden Stunde eine Macht einſpringt, welche außer unſerer Berechnung lag. Zuletzt iſt Alles doch ein Spiel, und der Zufall ſitzt am Rade. Der Zufall das Glück wie Ihr wollt; das Glück, welches dem Kühnen hold iſt.

So ungefähr dachten unſere beiden Abenteurer; und da es ganz weiſe war, ſo zu denken, ſo ließen ſie den Dingen ihren natürlichen Verlauf, griffen nur hier