Teil eines Werkes 
2. Buch (1863)
Entstehung
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ein wachſendes Brauſen und Rollen hinter den von Schatten umlagerten Felsvorſprüngen des Thales. Zetzt eine dunkle Maſſe, die in die Helligkeit der Ebne eilte mit flatterndem Silbergewölk voran mit Funken und rothen Lichtern mit einem ſchrillen Pfiff und dumpfem Getöſe, indem ſie entſchwand. Es war der Bahnzug von Frankfurt, welcher, bei Guntershauſen ſich theilend, im Morgenroth die Zinnen der Wartburg oder die Thürme der Wilhelmshöhe ſchimmern ſehn ſollte. Und nun war Alles wieder ſtill und Nichts mehr ſtörte den lieblichen Wandel der Mondnacht. 3 Aus dem Schatten der Kaſtanien trat Walter jetzt an die offene, helle Landſtraße, welche zum Barfüßerthor führt, rechts durch die lange Mauer begrenzt, hinter der unter Anderm auch der berühmte Garten des blumen⸗ freundlichen Obriſten liegt, und links von dem Abhang des Schloßberges, an welchem ſich einzelne Landhäuſer erheben. Dieſe Landhäuſer ſind von einer neueren Bau⸗ art, und in ihrer reſidenzartigen Zierlichkeit bilden ſie einen eigenthümlichen Gegenſatz zu den vorväterlichen, ſchwerfälligen, ſchnörkelreichen Wohnhäuſern der alten Univerſitätsſtadt. Weswegen denn auch Studenten, welche ſchon in andern und beſſern Städten gelebt haben, oder junge Privatdocenten, welche noch friſch ſind von den Eindrücken ihrer Reiſen, die Häuſer am Schloßberg vor⸗ ziehen. In einem derſelben, welches am Ende eines emporſteigenden Gartens gelegen iſt, und deſſen oberes Stockwerk frei gegen die Straße, das Thal und die gegen⸗ überliegenden Lahnberge ſchaut, während das Untergeſchoß. von den Bäumen und Geſträuchen des Gartens verdeckt