n ſo Pleich und ſo ſchön! Wie waren ihre Augen tſo duldend! Wie flatterten ihre Haare in der e Abenddämmerung, im Herbſtwind! Wie blickte ſie unver⸗ n wandt dort hinüber, wo die Sonne geſunken war— in d den letzten, matten gelben Schein, welcher in Nebel ſtarb r— in den verlöſchenden Schimmer des Weſtens— wie h drückte ſie nun ihre zarte Hand gegen das Auge— wie r 1 öffneten ſich nun die lieblichen Lippen, und wie klang 2 jener fremdartige Geſang, leiſe, leiſe in das Schauern e der Herbſtbäume, in das Rauſchen des Windes, in das
Brauſen des Stromes— und wie verlor er ſich in das t Vorüberwallen der Dämmerung, gleich jenem Abendroth r im Weſten!
Dort an dem Fenſter hatte ſie geſtanden. Der Schein des Mondes glänzte nun an der weißen Wand des Hauſes. Das Weinlaub, deſſen erſtes, krauſes Blätter⸗ werk um das Fenſter rankte, zitterte im lauen Zugwinde und die tiefe, kühle Stille der Aprilnacht umgab die e Stätte.
Aber ſiehe!— das Fenſter leuchtete noch von Innen!
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Sollte ſie noch nicht ſchlafen? Sollte ſie noch denſelben e laulichen Mondenhimmel ſehen, welcher über ſeinem Haupte r dämmerte? Sollte ſie aber ſtill! Am hellen Fenſter ſchwebte ein Schatten vorüber. Jetzt ward die Gardine ⸗ gehoben— jetzt ward das Fenſter geöffnet— jetzt flatterte das Haar im Winde— ſie war es— und jetzt auch der Geſang!
Das war der Geſang, der ſeine Luſt und Qual ge⸗ eſen war, dieſen langen, langen Winter! Dieſen Tact
thatte er geſucht und dieſen, und nun dieſe Cadenz und Straßenſängerin H. 3


