Das waren die Töne, die ihn nun ſchon den gan⸗ zen Winter lang bis in den Frühling hinein geärgert hatten. Er wußte nicht, was ihm dieſe Töne zu Leide gethan hatten, aber es verdroß ihn, wenn er ſie hörte. Es waren nur drei, oder vier Tacte, dann aber brachen ſie immer wieder ab; es ſchien als wiſſe der Walter das Folgende nicht, oder als ſuche er es. Aber er ward nicht müde, ſie zu wiederholen, und Tag und Nacht, aus Walter's einſamer Kammer, aus dem Hof, ja ſo⸗ gar von dem verrufenen Brunnen im Garten her hatte der Brunnenmatz dieſe Töne vernommen. Sie waren ihm zuletzt ganz unerträglich geworden, und als er ſie nun an dieſem Abend und an dieſem Ort wieder ver⸗ nahm, da konnte er ſich nicht länger halten und ſein ganzer, lang verhaltener Unwille brach los.
„Du Nichtsnutz von einem Jungen,“ ſchrie er,„Du weißt, daß ich dieſe niederträchtige Melodie nicht hören kann— Du weißt, daß mir die Galle übergeht, wenn Du ſie auf Deinem vermaledeiten Inſtrument zu kratzen beginnſt, und doch ſpielſt Du ſie mir frech in's Geſicht, Du undankbarer, hergelaufener Herr von Habenichts, Du Stolzmichel, Du Trotzkopf, Du...“ und dabei erhob er ſeine Hand, um ihn zu ſchlagen.
Aber Walter hatte ſich erhoben. Eine tiefe Röthe färbte ſeine ſonſt ſo bleichen Wangen, und ſeine Augen, ſonſt nur träumeriſch und ſechnſuchtsvoll, ſprühten ein ſeltenes, ungewohntes Feuer, vor dem der Brunnenmatz zurückwich und ſeine ſchon erhobene Hand ſinken ließ.
Aber die lauten Worte des Brunnenmatz hatten Alle aufmerkſam gemacht und bald war die ganze Brüder⸗


