Teil eines Werkes 
2. Buch (1863)
Entstehung
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ihm den Reſt ſeines Glaſes anbot; worüber dieſer ſehr ungehalten ward und es ſelber austrank.

Walter Grün war ein junger Menſch von etwa zwanzig Jahren. Sein edles, bleiches Geſicht mit den ſchwärmeriſch blauen Augen paßte wenig zu dem braun⸗ rothen Antlitz des Baßſpielers oder zu den nichtsſagenden Augen des Hornbläſers und Flötiſten. Ganz von blon⸗ dem, weichem Haar umgeben glich es dem Geſicht eines Johanniskopfes, wie wir es auf den Bildern nieder⸗ ländiſcher Maler geſehen haben. Er hatte ſeinen Stuhl etwas zurückgeſchoben, in das Dunkel, wo er weniger geſtört wurde durch den wüſten Lärm des Commerſches und die Geſpräche, welche ſeine Cameraden bei ihrem Biere führten; und wie er daſaß, den Kopf an den Hals ſeiner Geige gelehnt, und den Fiedelbogen in der Rech⸗ ten haltend, ſchien er in eine weite Ferne verloren, welche ſeine Seele ganz mit ſchönen Geſtalten und ahnungs⸗ vollen Träumen bevölkerte.

Aber ein Schlag, welchen der gemüthliche Baß⸗ ſpieler mit ſeinem gewaltigen Bogen nach ihm führte, weckte ihn.

Wir ſollen den Bierwalzer ſpielen! ſagte er, wäh⸗ rend der Brunnenmatz ſeinen Stuhl wieder einnahm und der Baron, welcher ſich dieſes muſikaliſche Meiſter⸗ werk beſtellt hatte, mit dem billigenden Wortden Bier⸗ walzer! zu ſeinen Platz zurückging. Der Bierwalzer war das große Lieblingsſtück des Barons, und derſelbe durfte bei keiner Gelegenheit fehlen, wo er ſich bei Muſik und Bier in fröhlicher Geſellſchaft befand. Der Bierwalzer iſt in der That eine geniale Compoſition, indem nicht